„Wer Heimat als folkloristischen Marketingbegriff oder gar als Buzzword behandelt, offenbart vor allem die eigene Entfremdung von den Lebenswirklichkeiten vieler Bürger.“ Mit diesen Worten kritisiert der medienpolitische AfD-Fraktionssprecher Dennis Klecker den Kommentar Reiner Rufs in der Stuttgarter Zeitung zum neuen Heimatministerium in Baden-Württemberg.
„Heimat ist weder Bollenhut noch Werbekampagne. Heimat ist der Ort, an dem Menschen verwurzelt sind, an dem Sprache, Geschichte, Landschaft und Gemeinschaft zusammenfinden: als soziale Form des Vertrauens. Was für Millionen Menschen Zugehörigkeit, Orientierung und Vertrauen bedeutet, erscheint bei Ruf als rückwärtsgewandte Sentimentalität. Dabei wächst gerade in Zeiten von Globalisierung, Migration und gesellschaftlicher Beschleunigung das Bedürfnis nach Verankerung.
Wer Heimat relativiert, gefährdet am Ende auch Integration. Denn Integration setzt voraus, dass es überhaupt noch eine kulturelle Gemeinschaft gibt, in die man sich integrieren kann. Heimat ist kein Ausgrenzungsbegriff, sondern die Voraussetzung gelingenden Zusammenlebens. Dass mittlerweile selbst Bundesländer unterschiedlichster politischer Couleur auf Heimatprogramme und Heimatförderung setzen, zeigt: Das Bedürfnis nach Zugehörigkeit verschwindet nicht durch Spott. Heimat ist keine politische Erfindung, sondern eine menschliche Grundkonstante. Oder wie Herder schon wusste: Heimat ist dort, wo man sich nicht ständig erklären muss.“
