Dennis Klecker: Mediapreis für Meinungsvielfalt oder Meinungskartell?
Dennis Klecker: Mediapreis für Meinungsvielfalt oder Meinungskartell?

„Die Verleihung des Hans-Bausch-Mediapreises an die Kommunikationswissenschaftler Birgit Stark und Pascal Schneiders wirft die Frage auf, ob hier tatsächlich Medienvielfalt gefördert oder vielmehr das bestehende Meinungskartell verteidigt werden soll.“ Mit diesen Worten kommentiert der medienpolitische AfD-Fraktionssprecher Dennis Klecker die Preisverleihung.

„Der SWR zeichnet eine Forschungsarbeit aus, die vor den Risiken sozialer Medien warnt und mehr Steuerung, Regulierung und sogenannte ‚epistemische Governance‘ für digitale Öffentlichkeiten fordert. Die Arbeit sieht soziale Netzwerke vor allem als Problem für die Nachrichtenqualität und die demokratische Öffentlichkeit und plädiert für stärkere Eingriffe von Politik, Plattformen und Medienakteuren. Tatsächlich aber verdanken Millionen Bürger ihre politische Meinungsbildung heute gerade den sozialen Medien. Erst dort finden viele Themen statt, die von den etablierten Medien lange ignoriert, relativiert oder einseitig dargestellt wurden. Nicht wenige Bürger haben ihr Vertrauen in klassische Medien verloren, weil sie den Eindruck haben, dass wichtige gesellschaftliche Entwicklungen nur verzerrt oder verspätet abgebildet werden. Bemerkenswert ist, dass ausgerechnet der öffentlich-rechtliche Rundfunk nun eine Arbeit auszeichnet, die mehr Einfluss auf digitale Informationsräume anregen will. Der SWR sollte sich zunächst mit der eigenen Glaubwürdigkeitskrise befassen, statt nach neuen Mechanismen zur Steuerung öffentlicher Debatten zu suchen. Demokratische Öffentlichkeit lebt von Pluralität, Wettbewerb der Meinungen und offenen Debatten. Sie entsteht nicht dadurch, dass wenige Institutionen festlegen, welche Informationen sichtbar und welche Positionen als vertrauenswürdig gelten.“